摘要
Vergleich von Icodextrin und Glucose als osmotisches Agens in Peritonealdialyselosungen
Untersuchung von peritonealer Transportkinetik und metabolischen Daten im matched pair Design
Verena Wiebringhaus
Einleitung: Hohe Glucosekonzentrationen in den Standard Peritonealdialyselosungen konnen Membranveranderungen hervorrufen. Dadurch kann es zu einem Utrafiltrationsverlust und zu Clearanceveranderungen kommen. Des Weiteren kann die erhohte Glucosekonzentration zu metabolischen Effekten, wie Gewichtszunahme, Storung des Kohlenhydrat– und Fettstoffwechsels fuhren. Aus diesen Grunden wurde eine neue isoosmotische Glucosepolymerlosung (Icodextrin 7,5%) entwickelt und auf dem Markt eingefuhrt. Wir untersuchten den Effekt von Icodextrin auf die peritoneale Kinetik von Flussigkeit und Soluten, renale Restfunktion, anthropometische Daten und metabolische Parameter bei chronischen Peritonealdialysepatienten im Langzeitverlauf zum Zeitpunkt der Umstellung auf Icodextrin und 3, 6 und 12 Monate nach der Umstellung des Dialyseregimes.
Methode: 32 Patienten konnten wir hinsichtlich des Alters, Gewichts, der Restdiurese, Ultrafiltration, der Dialyseeffektivitatsparameter und der PD Monate bis zu der Umstellung auf Icodextrin matchen, so dass wir sechzehn Patienten (45,220,4 Monate PD Therapie) mit Icodextrin fur den „long dwell“ und sechzehn Patienten (51,227,1 Monate PD Therapie), welche nur Glucoselosungen verwendeten, vergleichen konnten. Somit konnten wir 16 „matched pairs“ mittels einer verbundenen Stichprobe gegenuberstellen. Die korrespondierenden Patientenpaare unterschieden sich in weniger als 25% in den angegebenen Parametern und erreichten diesbezuglich statistisch keine Signifikanz. Die Indikation fur den Einsatz von Icodextrin war eine ungenugende Ultrafiltration bzw. taglichen Gesamtflussigkeitsausscheidung ( Die statistische Auswertung erfolgte mittels ANOVA, die als zweifaktorielle Analyse durchgefuhrt wurde mit Messwiederholung auf einem Faktor (zeitabhangige Veranderung). Die T-Teste verdeutlichten bei einer Signifikanz die Paardifferenz fur die jeweiligen Zeitpunkte. Ergebnisse: Durch Kolloidosmose produzierte Icodextrin eine stetige Ultrafiltration, die uber acht Stunden und langer aufrechterhalten werden konnte. Es kam zu einer Erhohung der Ultrafiltration/24h von -3 Monate: 894±854ml/24h auf 1155±495ml/24h nach 12 Monaten (p=0,03). Die Ultrafiltration der Glucose behandelten Patienten blieb konstant. Durch den zunehmenden konvektiven Transport bei verbesserter Ultrafiltration, erhohte sich auch die peritoneale Harnstoff- und Kreatinin-Clearance. Die peritoneale Harnstoff-Clearance stieg von 11,61±3,21ml/min auf 13,05±2,58ml/min (p=0,017) und die peritoneale Kreatinin-Clearance stiegt von 5,9±1,9ml/min auf 6,7±1,2ml/min (p=0,05). Bei den anthropometischen Parametern -wie Gewicht, Blutdruck und Odembildung- kam es zu keiner signifikanten Anderung nach Umstellung auf Icodextrin. Bezuglich der renalen Restausscheidung fanden sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. In der gesamten Beobachtungsperiode nach der Umstellung auf Icodextrin fanden sich sowohl niedrigere Natrium- als auch Chloridserumspiegel im Vergleich mit der Glucose-Gruppe. Die Chloridkonzentration sank von 98,6±2,8mmol/l auf 95,3±2,5mmol/l (p=0,001), ebenfalls die Natriumkonzentration von -3 Monaten: 138,7±3,5mmol/l auf 134,3±2,8mmol/l 12 Monate nach der Icodextrinbehandlung (p=0,05). Es fand sich nach der Umstellung des Dialyseregimes auf Icodextrin zusatzlich ein Abfall der Serumamylaseaktivitat. Dies war mit einer Interferenz des Icodextrins mit den verwendeten Messverfahren zu erklaren. Gesamtcholesterin (LDL und HDL) und Triglyceridspiegel unterschieden sich nicht. Schlussfolgerung: Die vorliegenden Daten zeigten, dass durch die verbesserte Ultrafiltration sich die peritoneale Harnstoff- und Kreatinin-Clearance uber einen langeren Beobachtungszeitraum bei den mit icodextrinbehandelten Patienten verbesserte. Keine signifikante Differenz fand sich dagegen bei Blutdruck, renaler Restfunktion, Odembildung und metabolischen Parametern. Die neue Losung erbringt daher einen positiven Beitrag zu der Behandlung von Peritonealdialysepatienten mit zu geringer Ultrafiltration.