Zusammenfassung Durch den speziellen Aufbau der equinen Plazenta sind Fohlen post natum auf eine adäquate Aufnahme von Kolostrum guter Qualität angewiesen, um die Entwicklung einer passiven Immunität zu sichern. Die Qualität des Kolostrums hängt insbesondere von seinem IgG-Gehalt ab. Dieser lässt sich durch direkte und indirekte Methoden (Dichte und Brechungsindex) ermitteln. Die Dichte des Kolostrums wird durch ein Kolostrometer bestimmt und sollte mindestens 1060 g/l betragen. Zur Bestimmung der relativen Dichte bzw. des Brechungsindex eignet sich die Refraktometrie. Kolostrum ausreichender Qualität weist einen Brix-Wert von mindestens 20 % auf. Die Bestimmung der IgG-Konzentration im Blut des Fohlens kann ebenfalls über direkte und indirekte Verfahren erfolgen. Eine direkte semiquantitative Messmethode ist der SNAP®-Test, wobei Werte von > 800 mg/dl für eine adäquate Versorgung anzeigen. Als alternative direkte Messverfahren können ein auf radialer Immundiffusion basierender Test, der Latexagglutinationstest und die Immunturbimetrie angewendet werden. Zu den indirekten Verfahren zählen der Zinksulfattrübungstest, der Glutaraldehyd-Koagulationstest, die Bestimmung der Gesamtproteinkonzentration, der Globulinkonzentration und der Aktivität der γ-Glutamyltransferase.