Hintergrund: Die Bedeutung einer HNO-Notfallambulanz, vorgehalten an einer Uni-Klinik ist bislang nicht untersucht worden. Die vorliegende Arbeit hatte die Aufgabe, den Stellenwert der Notfallambulanz einer Universitäts-HNO-Klinik für die Versorgung ambulanter Patienten zu untersuchen. Es sollten die Patientenstruktur, die medizinischen Daten, eingeleitete Prozesse sowie relevante Abläufe dargestellt werden. Methoden: Mit einer retrospektiven Untersuchung wurden 3 695 Notfälle des Jahres 2004 im Hinblick auf Patientencharakteristika, Therapie und Prozessabläufe an der Notfallambulanz der HNO-Uniklinik Köln ausgewertet. Ergebnisse: In der Notfallambulanz wurde ein junges Patientenkollektiv (Durchschnittsalter: 36 Jahren) versorgt, das zu 72% aus dem Stadtgebiet kam und zu 2 Dritteln direkt ohne vorherigen anderen Arztkontakt vorstellig wurde. Das Erkrankungsspektrum war breit gefächert, wobei die meisten Erkrankungen das ambulante Behandlungsspektrum eines niedergelassenen HNO-Facharztes nicht überschritten und mit dem Erstkontakt abschließend behandelt werden konnten. 17% waren Notfällen im engeren Sinne bei Behandlungsbedürftigkeit durch vitale Bedrohung oder eilig notwendige Versorgung. Bei 25% waren mehr Untersuchungen als nur der HNO-Status notwendig. 9% der Notfallpatienten wurden stationär aufgenommen. Diskussion: In einer Großstadt ohne eigene HNO-ärztliche Notfall-Versorgung wird ein HNO-Notfall-Ambulanz eines Universitätsklinikum rege frequentiert und zu einer bedeutsamen Belastung des Dienstarztes. Die Mehrheit der Patienten stellt sich mit HNO-Erkrankungen vor, die im Rahmen dieses Erstkontakts behandelbar sind. Aus dem Notdienst rekrutiert sich andererseits auch ein wichtiger Anteil an stationären Patienten.