Einführung: Ein gestörter Glukosemetabolismus korreliert mit einer schlechten Langzeitprognose bei Patienten mit Leberzirrhose. Das Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob ein gestörter Glukosemetabolismus ebenfalls mit dem Kurzzeit-Überleben von Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose korreliert. Methoden: 78 Patienten mit einer dekompensierten Leberzirrhose wurden prospektiv in die Studie eingeschlossen. Ein gestörter Glukosemetabolismus wurde mittels 75 g oralen Glukostoleranztest (OGTT) nach WHO-Kriterien diagnostiziert. Die statistische Auswertung erfolgte mittels χ2-Test (30-Tage-Mortalität) und multivariater Überlebensstatistik nach dem Proportional-Hazards-Modell von Cox (Langzeit-Überleben). Ergebnisse: Eine gestörte Glukosetoleranz (IGT) wurde bei 37 % und ein Diabetes mellitus (DM) bei 33 % der Patienten diagnostiziert. Ein pathologischer OGTT war, im Vergleich zu einer normalen Glukosetoleranz, ein signifikant negativer Prädiktor für die 30-Tage-Mortalität (OR 8,6; p = 0,03). DM, nicht jedoch IGT, war ein unabhängiger negativer Prädiktor für das Langzeit-Überleben (HR = 1,89; p = 0,04). Schlussfolgerung: Ein gestörter Glukosemetabolismus bei Patienten mit dekompensierter Leberzirrhose korreliert mit einer erhöhten 30-Tage-Mortalität. Der OGTT scheint geeignet zu sein, Patienten mit einer dekompensierten Leberzirrhose und einer schlechten Kurzzeitprognose zu identifizieren.