Das Absurde ist im westeuropäischen Drama und Theater der Nachkriegszeit von enormer diskursiver Präsenz. Es tritt vor allem in zwei Bereichen auf: zunächst im Existentialismus (Sartre, Camus), seit den späten vierziger Jahren in den Bühnenwerken der sog. ›Pariser Avantgarde‹ (Beckett, Ionesco, Adamov u.a.). Gleichzeitig aktualisiert man ältere Traditionsbezüge. So werden in Deutschland mit Erfolg Dramatisierungen der großen Kafka-Romane aufgeführt: 1950 Der Prozeß, 1953 Das Schloß (beide im Schloßparktheater Berlin). Auf dem Zenit der ›Absurdismus-Welle‹ erscheint 1959 in Zürich auch die erste deutsche Übersetzung von Jarrys Ubu roi (1896), bevor das Stück wenig später im Werkraum der Münchner Kammerspiele seine hiesige Theaterpremiere erlebt.1