Hintergrund: Kommunikationsfehler stellen eine der Hauptursachen für vermeidbare medizinische Fehler dar. Um dem entgegenzuwirken, ist Speaking-up, dass ist das aktive Ansprechen sicherheitsrelevanter Bedenken, entscheidend, aber für Pflegepersonal oft schwer umzusetzen. Assertive Communication Training soll die dafür notwendigenFähigkeiten stärken, um in klinischen Situationen effektiver Dinge anzuprechen.Klinische Fragestellung: Um den Effekt von Assertive Communication Training auf das Speaking-up-Verhalten von Pflegepersonen und Pflegestudierenden im Zusammenhang mit medizinischen Fehlern zu untersuchen, wurde folgende Forschungsfrage formuliert:„Welchen Effekt hat Assertive Communication Training auf das Speaking-up-Verhalten von Pflegepersonen und Pflegestudierenden im Hinblick auf medizinische Fehler?“Methode: Es wurde eine strukturierte Literaturrecherche in PubMed und CINAHL durchgeführt und durch eine Handsuche ergänzt. Eingeschlossen wurden quantitativeStudien aus 2020-2025. Zwei Studien ein systematisches Review mit Metaanalyse (Chen et al., 2023) und eine quasi-experimentelle Studie (Eskiyurt & Uysal, 2025) wurdeneingeschlossen und mithilfe der Bewertungsinstrumente CASP und JBI kritisch beurteilt.Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten, dass Assertive Communication Training das Speaking-up-Verhalten verbessert. Das systematische Review berichtete einen Anstieg von 38 % vor der Schulung auf 78 % danach. Einstellungen und Selbstvertrauen veränderten sichweniger konsistent, während Assertivität und Passivität deutlicher in Trainingsformaten mit psychologischem oder praxisorientiertem Schwerpunkt verbessert wurden, etwa durch Simulationen oder Rollenspiele. Diese Methoden erwiesen sich als besonderswirksam zur Stärkung des Speaking-up-Verhaltens.Zusammenfasssung: Assertive Communication Training hat einen positiven Effekt auf das Speaking-up-Verhalten von Pflegepersonal insbesondere wenn aktive Lehrmethoden eingesetzt werden. Psychologisch orientierte Programme können die Assertivitätzusätzlich fördern.