Es wird über die antepartale sonographische Diagnose, den Schwangerschaftsverlauf und -ausgang von 27 Fällen mit ventralen Bauchwanddefekten berichtet. Dabei handelte es sich 17mal um Fälle mit einer Omphalocele, 4mal um Fälle mit einer Gastroschisis und in 6 Fällen um komplexe ventrale Bauchwanddefekte mit assoziierten Fehlbildungen. Bei den 26 pränatal sonographisch untersuchten Patientinnen lautete die Diagnose in 23 Fällen (89%): ventraler Bauchwanddefekt. Bei den 3 sonographisch nicht diagnostizierten Fällen lag einmal ein intrauteriner Fruchttod vor, in einem weiteren Fall war außer einem fetalen Bauchwanddefekt ein Potter-Syndrom mit Anhydramnion vorhanden, der letzte Fall war nur außerhalb Sonographiert worden. Zusätzliche Fehlbildungen lagen bei 13/17 Fällen (77%) mit einer Omphalocele vor. Dagegen waren bei den 4 Fällen mit einer Gastroschisis keine weiteren assoziierten Fehlbildungen vorhanden. Komplexe Bauchwanddefekte (im Sinne von totalen Bauchwandaplasien bzw.thorako-abdominalen Bauchspalten etc.) mit multiplen Begleitfehlbildungen fanden sich in den restlichen 6 Fällen. Die häufigsten Begleitmißbildungen bei den Kindern mit einer Omphalocele waren Neuralrohrdefekte und Skelettfehlbildungen (je 35%), gefolgt von Herz- und Gefäßfehlbildungen und Fehlbildungen des Verdauungstraktes. Bei den in unserer Klinik sonographisch untersuchten Patientinnen mit fetalen Bauchwanddefekten lag in 57% eine Fruchtwasseranomalie vor (Hydramnion 44% bzw. Oligohydramnion 13%). Chromosomenanomalien fanden sich bei Fällen mit einer Omphalocele mit einer Häufigkeit von 35%. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse erscheint uns nach Feststellung eines fetalen Bauchwanddefektes in erster Linie eine eingehende und exakte ultrasonographische Befunderhebung zum Ausschluß bzw. Nachweis weiterer assoziierter Fehlbildungen notwendig. Eine genetische Amniocentese halten wir in jedem Falle für sinnvoll, da eine eindeutige sonographische Unterscheidung zwischen Omphalocele und Gastroschisis nicht immer mit letzter Sicherheit gelingt. Die wesentlichen Vorteile der antenatalen Diagnostik von ventralen Spaltbildungen werden vor allem - nach ausführlicher Beratung und Aufklärung der betroffenen Eltern - in der geplanten Schnittentbindung in Anwesenheit des bereits vorher informierten Kinderchirurgen und Neonatologen gesehen.