ZusammenfassungDie meisten Veröffentlichungen zum Strategische Management beruhen auf der Industrieökonomik. Sie sind mit der Harvard Business School verbunden. In den letzten Jahren hat aber auch die Zahl der Veröffentlichungen sehr stark zugenommen, die die Ressourcenausstattung von Unternehmen stärker in den Vordergrund stellen. Diese Ausführungen werden insbesondere mit der University of Chicago verbunden.1 Wettbewerbsvorteile beruhen nach diesem Ansatz primär darauf, daß Unternehmen unterschiedlich mit Ressourcen ausgestattet sind und die jeweils verfügbaren Ressourcen unterschiedlich nutzen.2 Statt der bisherigen Vorgehensweise, d.h. der Konzentration auf Chancen und Gefahren der Umwelt, werden nun die Stärken und Schwächen der Unternehmen, die aus der Ressourcenausstattung resultieren, in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt.3 Es wird deshalb auch von einem ressourcenbasierten bzw. ressourcenorientierten Ansatz, Ressourcenansatz oder Resource-Based View (RBV) gesprochen. Beim Ressourcenansatz werden die in der Industrieökonomik vorausgesetzte Gleichförmigkeit und die Annahme der identischen Ressourcenausstattung der Unternehmen aufgehoben. Für das Strategische Management ändern sich dadurch die Blickrichtung und das Verständnis der Wettbewerbsvorteile und eröffnet sich die Möglichkeit, bislang nicht zufriedenstellend gelöste Probleme zu lösen.4 Der Resource-Based View bietet z.B. wertvolle Ansätze und Informationen für strategische Entscheidungen, die die Ressourcenbasis eines Unternehmens betreffen.5 Es ist vorab anzumerken, daß eine im Vergleich zur Industrieökonomik ebenso weit entwickelte Schulungsrichtung bisher jedoch nicht vorliegt.